SPD diskutiert mit Bürgerinnen und Bürgern
„Wixhausen braucht ein Nachtflugverbot und eine Streuung der Abflüge über das Stadtgebiet. Nur dann wird die Belastung in unserem Stadtteil auf ein erträgliches Maß zurück gehen, ohne andere unzumutbar zu belasten“, das sind in aller Kürze die Ergebnisse der Fluglärmveranstaltung der SPD Wixhausen am vergangenen Donnerstag.
Zunächst stellte Moritz Röder, Vorsitzender der SPD Wixhausen, das „Maßnahmenpaket aktiver Schallschutz“ vor. Es beinhaltet Veränderungen an den Flugrouten ebenso wie technische Umrüstungen von Flugzeugen und Optimierungen im An- und Abflugverfahren. Die sieben Einzelmaßnahmen sollen die Lärmbelastung in der gesamten Region vermindern. Allerdings können auch einzelne Kommunen stärker betroffen werden, weil Lärm umverteilt wird.
„Das Maßnahmenpaket bringt für Darmstadts Norden keinen Vorteil. Die entlastenden Maßnahmen wurden bereits in den letzten Jahren umgesetzt. Die Änderung an den Flugrouten wird an manchen Tagen zu Entlastungen beim Fluglärm führen, an anderen dagegen zu zusätzlichen Belastungen“, so das ernüchternde Fazit.
Im Anschluss stellte Peter Süßmann vom Fluglärmarbeitskreis Wixhausen seine Berechnungen zu einer Streuung der Flugbewegungen über Darmstadt vor. Anhand von beispielhaft ausgewählten Überflugsrouten konnte er verdeutlichen, dass eine solche Aufstreuung nur zu einer geringen Mehrbelastung im Süden führt, für den Norden Darmstadts dagegen eine ganz erhebliche Entlastung bedeuten würde.
Auch bei einer Verteilung des Fluglärms würden Wixhausen, Arheilgen und Kranichstein noch am meisten abbekommen. Entscheidend ist aber, dass die Hälfte des Lärms einfach verschwindet, weil die Flieger über Malchen oder Eberstadt natürlich schon viel höher fliegen, als über den nördlichen Stadtteilen.
Im Anschluss folgte eine Vorstellung der Umsetzungsmöglichkeiten. Verkehrsdezernent Dieter Wenzel machte klar, dass Darmstadt selbst nicht über die Flugrouten entscheiden kann. Es kann nur seinen Einfluss beispielsweise in der Fluglärmkommission geltend machen. Dazu braucht es aber ein Gutachten mit verlässlichen Zahlen, das durch eine wissenschaftlich anerkannte Forschungseinrichtung erstellt werden muss. Dass ein Gutachten angefertigt werden soll, hat das Stadtparlament im Dezember beschlossen. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Mitgliedschaft in der Expertenkommission aktiver Schallschutz. Dann kann man effektiver versuchen, die Streuung in ein neues Maßnahmenpaket hinein zu bekommen.
„Wichtig ist neben der Streuung auch das Nachtflugverbot. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Walter Hoffmann habe ich im Auftrag der Stadtverordnetenversammlung einen dringenden Brief an die Hessische Landesregierung verfasst und sie aufgefordert, die Revision gegen das Nachtflugverbot endlich aufzugeben“, erläutert Dieter Wenzel.
Auf den Punkt Nachtflugverbot ging auch Helmut Hahn, Vorsitzender des Fluglärmarbeitskreises, ein. Er warnte vor einer Neufassung des Luftverkehrsgesetzes, die den Schutz vor Lärm in der Nacht noch weiter erschweren würde. Besonders vor dem Hintergrund des inzwischen wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhangs zwischen schweren Erkrankungen und übermäßiger Fluglärmbelastung sei das nicht hinnehmbar.
Schließlich bestand die Möglichkeit zur Diskussion für die etwa achtzig Anwesenden. Viele teils engagierte, teils verärgerte, aber immer konstruktive Beiträge rundeten die interessante Veranstaltung ab und machten deutlich, dass das Thema in Wixhausen und dem ganzen Norden Darmstadts großes Gewicht hat.
Das Maß ist voll: Keine weitere Lärmbelastung für Wixhausen!
Resolution der SPD Wixhausen für den Ortsbeirat - Infoveranstaltung im Januar
In der Nacht könnte es in Wixhausen weitere Flugbewegungen geben. Über dem Norden des Stadtteils soll eine weitere Flugroute geführt werden - zumindest wenn es nach den Vorschlägen des Forums Flughafen und Region und ihrem "Maßnahmenpaket aktiver Schallschutz" geht. Gegen diese Pläne wendet sich eine Resolution, die von der SPD Fraktion für die letzte Sitzung des Ortsbeirats vorbereitet wurde. Sie umfasst zwei Punkte. Erstens: Wixhausen kann keine weitere Lärmbelastung zugemutet werden. Alle dahingehenden Planungen sind umgehend einzustellen. Zweitens: Alle Versuche der hessischen Landesregierung unter Volker Bouffier (CDU) gerichtlich gegen ein Nachtflugverbot vorzugehen, sind zu beenden.
"Es macht mich wirklich wütend, dass unserem Stadtteil scheinbar noch mehr Fluglärm aufgebürdet werden soll. Es kann nicht sein, dass die Lasten des Flughafens nur von wenigen getragen werden, während die gesamte Region von ihm profitiert. Deswegen haben wir diese Resolution eingebracht. Wir hätten uns gewünscht, dass sie noch am selben Abend beraten worden wäre. Ganz besonders, weil das Thema doch eigentlich unstrittig sein sollte", erklärt Moritz Röder, SPD-Vorsitzender von Wixhausen. Die CDU sah allerdings noch Informations- und Beratungsbedarf und so konnte der Punkt nicht auf die Tagesordnung genommen werden. Der Ortsbeirat wird sich jetzt in der letzten Sitzung im Dezember mit dem Thema beschäftigen.
"Wir bleiben an der Fluglärmproblematik dran. Gemeinsam mit unseren Genossinnen und Genossen in Darmstadt haben wir einen Antrag zum Thema Fluglärm erarbeitet, der voraussichtlich in der nächsten Stadtverordnetenversammlung abgestimmt wird. Außerdem wollen wir voraussichtlich am 14. Januar eine Informationsveranstaltung in Wixhausen anbieten, die den aktuellen Sachstand zum Maßnahmenpaket aktiver Schallschutz und der Aufstreuung der Flugrouten erklärt", so Moritz Röder abschließend. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung werden möglichst rasch folgen.